Azas Rettung und seine anschließende Weltreise einmal um die Welt, auf der Höhe der Corona Pandemie 2020, war eine der größten Herausforderungen, der wir uns bei Forever Home jemals stellen mussten.
Gleichzeitig ist Azas erfolgreicher Umzug nach Deutschland und sein neues, sehr glückliches und aufregendes Leben dort, aber auch einer der größten Erfolge, die wir bei Forever Home jemals feiern durften.
Wie es zu diesem Happy End kam, welche Abenteuer wir dafür alle bestehen mussten und wie Aza bis heute Hunden aus dem Tierschutz zu ihrem eigenen Happy End verhilft, erfahrt ihr in diesem Artikel über einen ganz besonderen Spitz aus Kenia.

Ein Abenteuer beginnt
Azas Leben, seine Reise nach Deutschland und seine Zeit bei Forever Home waren und sind bis heute ein einziges Abenteuer. Das Wort außergewöhnlich trifft es ganz gut. Und das gilt auch für Azas ursprüngliche “Rettung” durch Forever Home hier in Kenia.
Azas Aufenthalt bei uns sollte nämlich ursprünglich nur eine Übergangslösung sein. Seine Besitzerin benötigte eine temporäre Unterkunft für den damals noch sehr jungen Spitz und fragte uns um Hilfe: Der Welpe sollte bei Forever Home bleiben, bis die Lebenssituation der Besitzerin sich wieder verbessert hatte und sie den Hund zurücknehmen könne.

Wie sich an dieser Stelle unschwer erahnen lässt, kam die ursprüngliche Besitzerin natürlich nicht zurück und wir hatten auf einmal einen weiteren Welpen, um den sich unsere noch sehr junge Organisation kümmern musste.

Aber sowohl wir als auch Aza machten das Beste aus der Situation und der kleine Spitz hatte sich bereits nach kurzer Zeit wunderbar in seinem neuen Zuhause eingelebt. Aza war damals bereits ein wenig älter als die meisten anderen unserer Welpen und ernannte sich bald schnell selbst zum Abteilungsleiter für alle Junghunde und Welpen.
Idefix, Balou und Co. Hunde, die heute fast das 10-fache von Aza wiegen, waren sofort bis über alle Ohren in ihren neuen Adoptivbruder verliebt und genossen jede freie Minute mit dem heranwachsenden Spitz. Genauso schnell wie mit unseren Hunden schloss Aza auch mit unseren Mitarbeitern und Hundeführern neue Freundschaften – so wurde der kleine weiße Hund schnell zum absoluten Liebling bei Forever Home.

Eine Reise mit Hindernissen
Dementsprechend groß war die Freude im gesamten Team dann einige Monate später im März 2020, als Aza von einer Familie aus Deutschland adoptiert wurde. Die neuen Besitzer Azas und unser Team wünschten sich natürlich nichts mehr, als dass Aza so schnell wie möglich in sein neues Zuhause umziehen und von Kenia nach Deutschland geflogen werden sollte. Wir alle waren überglücklich über dieses vermeintlich perfekte Happy End für Aza, unser aller Liebling.
Und dann wurde im April 2020 eine weltweite Corona Pandemie ausgerufen. Auf der ganzen Welt wurden Flüge gestrichen und der internationale Reiseverkehr so sehr wie nur irgendwie möglich eingeschränkt.
Die Riesenfreude über Azas Adoption schlug plötzlich in Verzweiflung um: Flugtickets und jede Menge Import-Genehmigungen waren bereits bezahlt worden und Azas neue Familie wartete verzweifelt auf ihren Hund in Deutschland. Aza war erst unsere zweite Adoption als Tierschutzorganisation überhaupt und hatte sich bereits als vermeintliches Desaster herausgestellt, bevor der Hund überhaupt in die Nähe eines Flugzeugs nach Deutschland gekommen war.
Wie so oft in der Geschichte Forever Homes war uns allerdings eines klar: Aufgeben ist keine Option. In den nächsten Monaten arbeiteten wir daher fieberhaft daran, für Aza doch noch einen Flugplatz zu seiner neuen Familie nach Deutschland zu ergattern, egal welche Kosten und Mühen dafür nötig waren.
Nach mehreren Monaten voller Anspannung und Zittern war es dann am 28. August 2020, dem Geburtstag seiner heutigen Besitzerin, endlich soweit: Wir bekamen grünes Licht für Azas Flug nach Deutschland und am selben Abend saß dieser ganz besondere Spitz bereits im Flieger nach Deutschland und kam dort am nächsten Morgen wohlbehalten in Frankfurt an.
Aza als Fürther
Nach Monaten voller Unsicherheit und gleichzeitigem ständigen Kämpfen darum, das der Hund doch noch nach Deutschland reisen darf, machte sich die Erschöpfung sowohl beim Forever Home Team in Deutschland und Kenia als auch bei Azas neuen Besitzern sichtbar: Wir alle wollten nur noch, dass Aza endlich in seinem neuen Zuhause ankommen konnte und machten uns gleichzeitig Sorgen, ob jetzt auf den letzten Metern doch noch irgendetwas schiefgehen wurde und waren daher ziemlich am Ende unserer Kräfte angelangt.
Nicht so Aza: Der junge Rüde stolzierte gewohnt selbstbewusst und ohne irgendeine Sorge aus seiner Flugbox und machte sich auch wenig Gedanken um die anschließende Untersuchung beim Amtstierarzt.
Um sich mit seinen neuen Besitzern vertraut zu machen benötigte Aza nur wenige Minuten: Für den Spitz war sofort klar, mit wem er künftig sein Leben verbringen würde und es stand für Aza außer Frage, das die nächste Reiseetappe im gemeinsamen Auto von Frankfurt nach Fürth stattfinden würde.
In Fürth angekommen, machte sich Aza unmittelbar daran, seine neue Wohnung und Gassistrecke ausgiebig zu erkunden sowie jede Menge Freundschaften mit den neuen Menschen und Hunden in seinem Leben zu schließen. Der Spitz aus Kenia benahm sich, als hätte er nie auch nur einen Tag seines Lebens außerhalb Mittelfrankens verbracht.
Azas Familie hatte sich dazu entschlossen, den Spitz aus Afrika zu adoptieren, nachdem der vorherige vierbeinige Begleiter der Familie, Chippi, nach gerade mal 3 gemeinsamen Jahren im März 2020 gestorben war. So sehr sich Azas neue Familie vor seiner Ankunft auch auf ihn gefreut hatte, waren der Schmerz und die Trauer über Chippis Tod noch sehr frisch und schmerzhaft.
In seinem neuen Zuhause sorgte Azas mit seinem ganz besonderen Charme, seinem Selbstbewusstsein, aber auch seiner unglaublich sanften Seele und der unendlichen Zuneigung, die er seiner neuen Familie schenkte, schnell dafür, dass sich seine neuen Besitzer unsterblich in ihn verliebten und ihn zum festen Mitglied ihres Rudels machten.

Bella: Ein neues Familienmitglied
Aza lebte sich unglaublich schnell in Deutschland ein und die nächsten Jahre vergingen wie im Flug. Aza und seine neue Familie überschütteten sich gegenseitig mit Liebe und wir durften uns über jede Menge schöner Fotos und Updates von Aza aus Deutschland freuen.
Ein ganz besonderes Highlight für uns war es, als Aza das erste Mal Kimba treffen durfte. Kimba kam im Februar 2020 nach Deutschland und war der erste Hund, der jemals von Forever Home adoptiert worden war. Die zwei Rüden, die wir beide hier in Kenia vor dem sicheren Tod gerettet hatten, jetzt zusammen glücklich in Deutschland spazieren und spielen zu sehen. war die beste Belohnung, die wir uns jemals für unsere Tierschutzarbeit hatten wünschen können.

Eineinhalb Jahre später und nur einen Tag vor Aza Geburtstag, am 09.01.2022, sollte sich Azas Leben dann noch einmal schlagartig zum Besseren verändern. Unser Spitz bekam nämlich ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: Seine Hundeschwester Bella.
Azas Besitzer hatten sich schon immer für den Tierschutz eingesetzt, und vor allem Vierbeinern in Not geholfen, wo es nur möglich war. Dieses wundervolle Engagement endete auch nicht, nachdem Aza in Fürth eingezogen war. Im Januar 2022 erklärte sich Azas Familie daher bereit, bei dem Umzug eines Hundes aus dem bulgarischen Tierschutz nach Deutschland behilflich zu sein.
Ursprünglich sollte Bella nach ihrem Transport von Bulgarien nach Deutschland nur für wenige Stunden bei Azas Familie bleiben, bis die neuen Besitzer Zeit hatten, Bella abzuholen. Soweit verlief auch alles nach Plan und Bella wurde noch am selben Tag abgeholt.
Bellas letzte Hoffnung
Azas Familie bekam dann allerdings nur vier Stunden später einen sehr traurigen und enttäuschenden Anruf: Bellas neue Besitzer hatten ihre Meinung geändert und wollten Bella nicht mehr. Außerdem musste der Hund auch sofort aus dem Haus.
Azas Besitzer waren jetzt damit konfrontiert, einen unschuldigen Hund, der gerade erst aus dem bulgarischen Tierschutz nach Deutschland gekommen war, entweder zurück nach Bulgarien oder in ein deutsches Tierheim schicken zu müssen.
Obwohl Azas Besitzer keinerlei Verpflichtung gegenüber Bella hatten, waren beide Alternativen für diese wundervolle Familie absolut keine Option. An seinem Geburtstag am 10.01.2022 bekam Aza daher das wahrscheinlich beste Geschenk seines Lebens: Bella.
Azas Familie war dabei zunächst ein wenig besorgt, was der Rüde nach eineinhalb Jahren als Einzelprinz zu einem zweiten Hund im Haus sagen würde. Und wieder einmal bewies Aza, warum es sich bei ihm um einen ganz besonderen Spitz handelt: Aza machte sich als echter großer Bruder unmittelbar daran, Bella in ihrem neuen Zuhause willkommen zu heißen und ihr Fürth aus der Hundeperspektive zu zeigen.
Aza war dabei mit der noch sehr jungen Bella sehr geduldig und verständnisvoll und sorgte dafür, dass die gerade erst aus dem Tierschutz gerettete Hündin sich schnell wohl und sicher in ihrem neuen Zuhause fühlte.
Der inzwischen erwachsene Rude vermachte Bella darüber hinaus noch ein ganz besonderes Geschenk: Seinen eigenen Babypullover aus Nairobi. Aza war aus dem Pulli lange herausgewachsen, aber die winzige Bella konnte den Pullover im sehr kalten Januar 2022 dringend gebrauchen.


Über die Jahre und mit dem Heranwachsen von Bella zu einer erwachsenen Hündin, hat sich die Beziehung der beiden inzwischen ein wenig geändert. Statt großem Bruder und kleiner Schwester spiegeln Bella und Aza inzwischen eher ein altes Ehepaar wider: Viel Gezeter, aber gleichzeitig auch unendlich viel Zuneigung und Liebe füreinander. Und keiner will auch nur für 10 Minuten ohne den anderen sein.

Azas Happy End: Ein echter Forever Home Erfolg
Seit Azas Umzug und dann Bellas Einzug sind inzwischen wieder mehrere Jahre vergangen. Aza bis heute so glücklich mit seinem neuen Rudel in Deutschland zu sehen, macht uns immer wieder unglaublich glücklich und stolz.
Dabei freuen wir uns nicht nur für diesen ganz besonderen Spitz und natürlich Bella, eine so wundervolle Familie und das perfekte Hundezuhause gefunden zu haben. Nein, Azas Rettung durch Forever Home, seine Adoption und vor allem, dass weder Aza noch seine neue Familie diese Entscheidung je bereut haben, ist für uns einer der wichtigsten Erfolge in der Geschichte unserer Organisation.
Und was uns sogar noch glücklicher macht, ist, dass Aza seitdem noch zwei weitere Forever Home Hunde in Deutschland begrüßen durfte: Sowohl Lindsey als auch Billy sind inzwischen enge Hundefreunde Azas. Der Spitz hat auch diesen beiden Afrikanerinnen und ihren Besitzern sehr dabei geholfen, sich erst mit dem Gedanken einer Adoption aus Kenia anzufreunden und sich dann hier in Deutschland mit dem neuen Hund aus Kenia einzuleben.
Danke Aza.

